Vom Rohmanuskript zum Typoskript

Das Rohmanuskript ist fertig (der Weg dorthin ist in Info 2 beschrieben). Autor und Beurteiler haben den Start freigegeben für die Feinarbeit, für den Weg zum Feinmanuskript, das durch die moderne Technologie gleich zur Druckvorlage, eben zum Typoskript wird.

Der Beurteiler lektoriert das Rohmanuskript, spricht Änderungen, Ergänzungen und eventuelle Streichungen mit dem Autor durch. In Richtung Erscheinungsbild überprüft er Aufbau und Vollständigkeit der einzelnen Teile des Druckwerks sowie der Typographie nach den Richtlinien seines Corporate Designs und veranlasst gegebenenfalls notwendige Änderungen.

Der Autor arbeitet an der sprachlichen Politur, an der Exaktheit der Formulierungen, überprüft seine Aussagen, Thesen und Schlussfolgerungen, die Vollständigkeit der Bilder, Diagramme, Tabellen und die zugehörigen Verweise im Text. Auch können noch Fußnoten ergänzt, eingefügt, oder wieder gestrichen werden, Ausdrücke für das Register oder ein Verzeichnis ausgewählt, Anhänge zugefügt, ggf. wieder gestrichen werden. Die korrekte und durchgängige Schreibweise von Spezialausdrücken, Fremdwörtern und die Wahl der Symbole und Sonderzeichen können ebenfalls bereits zu diesem frühen Zeitpunkt überprüft und damit die spätere Enddurchsicht des Typoskripts beschleunigt werden.

Was macht der Typoskript-Service?

Der Typoskript-Service übernimmt die Änderungswünsche des Autors und arbeitet sie in Layout und Typographie ein. Bilder, Formeln, Diagramme werden - natürlich in engem Kontakt zum Autor - druckreif gestaltet, wobei besondere Sorgfalt auf Genauigkeit, Harmonie der Linien und Schattierungen, Anordnung von Legenden und Beschriftungen verwendet wird. Die Positionierung erfordert Einfühlungsvermögen in das Thema und in die Zusammenhänge von Text und Bildern, sie beschränkt sich nicht nur auf Zeilenhaltung und Abstände.

Besonderes Augenmerk wird auf die optische Wirkung des Titels und der Überschriften gerichtet. Sind sie noch nicht festgelegt, wird eine graphische Fachkraft mit der Gestaltung beauftragt. Auch dies wieder in Absprache mit dem Verlag und/oder dem Autor.

Nummerierungen und Beschriftungen von Bildern, Diagrammen, u. ä. werden durchgehend automatisiert und mit den entsprechenden Referenzen und der Paginierung abgeglichen. Gleiches gilt für Index, Register und Verzeichnisse. Dies ist aus zwei Gründen besonders wichtig: Einerseits, weil durch kleinste Änderungen im Text (oft genügt das Einfügen eines einzelnen Buchstabens) oder von Abmaßen der Bilder Verwerfungen in der Seitenaufteilung möglich sind, die sich auf viele Seiten des Werks fortsetzen und auch die bewusste Anordnung von Kapitelanfängen oder Illustrationen auf Sicht- bzw. Rückseite (= rechte bzw. linke Seite) in Frage stellen können. Zum Anderen, weil damit das Werk vorbereitet ist für ein anderes Layout und eine andere Typographie und mit vertretbarem Aufwand nochmals erscheinen kann.

Die Überprüfung der Orthographie und Interpunktion, der konsequente Satz von An- und Abführungen sowie Klammersetzungen gehören genauso zum Aufgabenbereich des Typoskript-Services wie die Auszeichnung der Zitate und fremdsprachlicher Einschübe, die Worttrennung am Zeilenende, und nicht zuletzt, die Paginierung und das Inhaltsverzeichnis des gesamten Werks.

Sind die Layout- und Satzarbeit abgeschlossen, übersendet der Typoskript-Service dem Autor und dem Verlag Probedrucke und bittet um deren Freigabe. Trifft diese ein, wird das Werk reproduzierfähig ("camera ready") gedruckt, nochmals durchgesehen, und an die Druckerei weitergeleitet.